Megatest-Finale
So, jetzt haben wir den ultimativen, größten, aufwendigsten und tollsten Supersportlertest aller Zeiten gemacht. Und wer gewinnt? Natürlich! Die neue BMW S 1000 RR. Und zwar mit Abstand. Was für ein Einstand in dieser seit vielen Jahren von den großen Vier aus Japan dominierten Klasse. Niemals hätte ich gedacht, dass BMW solchen Mut fasst und einmal richtig auf die Kacke haut. Ja, fast schon politisch inkorrekt handelt. Denn immerhin baut unser heimischer Hersteller nun auch das stärkste Serienmotorrad der Welt. Und schert sich nicht um die ewige Leistungsdiskussion, ob man das bracuht oder ob das nicht schon viel zu viel sei.
Ich brauche keine 200 PS. Ich glaube sogar, niemand braucht die. Aber es wird einige geben, die das haben wollen. Und damit macht man dann halt Geschäfte. BMW sogar ganz gute, denn inzwischen sind schon 7000 Stück der Tausender gebaut worden. Und werden auch schon bald verkauft sein.
Die umstrittene Optik ist wohl auch kein Hemmschuh mehr. Hat halt zwei Seiten, das Bike…
In unserem Megatest ist uns übrigens ein Megarechenfehler passiert. Dank Exel. Das addiert nämlich einfach Zahlenkolonnen und hat bei der Gesamtwertung flugs die Platzierungen der Rennstreckenwertung als Punkte mitgezählt. Hier könnte ich es natürlich schnell korrigieren, aber im Heft ist es gedruckt. Und gedruckt ist gedruckt, da gibt es kein zurück mehr.
Am Ergebnis ändert sich fast nichts: Nur die MV rückt ein Plätzchen nach vorne. Manchmal läuft eben auch mal was schief, sorry.
Euer Michael Pfeiffer
MZ, Journalismus, MOTORRAD
Hallo,
nach all den netten und nicht ganz so netten Beiträgen muss ich mich doch auch mal wieder zu MZ melden. Gerade eben haben wir mit dem Finanzministerium des Landes Sachsen gesprochen. Noch immer liegt kein vollständiger Antrag von MZ zu einer Landesbürgschaft vor. Aber immerhin sind die Lichter in Zschopau noch nicht ausgegangen. Das sind die Fakten. Etwas anderes als Fakten darf man als verantwortungsvoller Journalist auch nicht unter dem Deckmäntelchen der Reportage veröffentlichen.
Persönliche Meinungen nennt man Kommentar. Den findet man beispielsweise im Heft als Leitartikel. Oder speziell gekennzeichnet, am besten noch mit Bild des Kommentierenden. Die darf man auch veröffentlichen, eben entsprechend bezeichnet.
Meine Meinung über MZ und die aktuellen Besitzer und deren Handeln habe ich bisher nicht veröffentlicht. Ich habe natürlich eine Meinung, ganz privat und persönlich. Und natürlich weiß ich auch viel viel mehr über MZ, als jemals geschrieben wurde. Mir liegt aber sehr daran, möglichst vielen Menschen in der dortigen Region Arbeitsplätze zu sichern, auch wenn das Pflänzchen MZ ein ganz ganz kleines nur noch ist.
Als ich 1990 das erste mal zu einer Geländefahrt in den neuen Bundesländern antrat, fuhren mir und meiner KTM die Herren MZ-Werksfahrer nur so um die Ohren. Habe bis heute nicht verstanden, warum beispielsweisedieses Knowhow nicht genutzt wurde. Da gab es 100 000 Zuschauer, sicher wären einige potentielle Kunden darunter gewesen.
Euer Michael Pfeiffer
Nick Heidfeld fährt Superbike, MZ update
Vorgestern fuhr Formel Eins-Pilot Nick Heidfeld auf dem Nürburgring ein Superbike. Zunächst die BMW S 1000 RR in der Straßenversion, danach das Werkssuperbike von Troy Corser. Ich hatte erst kurz davor erfahren und knallte mit einer Dauertestmaschine hoch, das wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Was für ein Auftrieb: hunderte von VIP-Gäste hatte die F1-Abteilung eingeladen, die Motorrad-Sparte so gut wie niemanden. So ein Konzern ist wohl ganz schön groß…
Nick, der erstaunlich zart wirkt, scheint aber schon öfters Motorrad gefahren zu sein. Der brannte die S 1000 RR ganz schön her und das Superbike erst recht. Richtig gesprächig war er auch nach seinen Runden nicht. Aber er lächelte ziemlich relaxt. Es schien ihm echt gefallen zu haben.
Ich konnte mich mit Formel Eins-Guru Peter Sauber unterhalten. Die S 1000 fand er ganz ordentlich gemacht, natürlich ist seine Welt die Vierrädrige. Aber ab und zu reitet er auch mit seiner Maschine aus, einer K 1300 GT. Ich glaube, er wird jetzt auf die S 1000 RR umsteigen wollen (Siehe Foto).
Wie schnell ein F1-Bolide im Vergleich zum Superbike ist, könnt ihr in der nächsten Ausgabe lesen. Ich schreibe gerade die Geschichte.
Übrigens: MZ hat eine Chance, morgen gibt es eine Entscheidung in Sachen Finanzierung.
Herr Sauber findet die BMW S 1000 RR ganz gut….
Bis dann
Euer Michael Pfeiffer
Hat MZ eine Chance?
Nun sind schon einige Wochen seit dem Redaktionsbesuch vergangen, noch immer gibt es keine wirklich guten Nachrichten von MZ. Bisher gelang es Martin Wimmer und seinen Mitstreitern nicht, eine Finanzierung für die Produktion aufzustellen. Zumindest ist uns das nicht bekannt. Wäre doch jammerschade, wenn das nicht klappen sollte. Da werden Banken mit Milliarden gestützt, bei MZ reichten schon ein paar Milliönchen. Aber MZ ist nicht wirklich systemrelevant.
Jeden morgen fahre ich an so einem systemrelevanten Gebilde vorbei. Die LBBW-Bank. Ein Protzbau vor dem Herrn, gerade vor zwei Jahren nochmals vergrößert. Vom Stararchitekten gestaltet. Die haben mal schlappe 5 Milliarden Euro Kapital zusätzlich bekommen. Da arbeiten 13 000 Leute. Macht pro Arbeitsplatz 385 000 Euro. Hm, da könnte man schon nachdenklich werden.
Wenn jetzt eben diese Bank von dem Geld MZ Kredit geben würde, wäre das ja irgendwie auch recht und billig, oder? Zumal die LBBW Besitzerin der Sachsen Bank ist. Diese hatte sie sich noch letztes Jahr einverleiben können.
Vielleicht klappt es ja bald mit MZ. Ich drück mal die Daumen. Und mit dem Charly haben die ja eigentlich das Elektrofahrzeug schlechthin….
Euer Michael Pfeiffer
Elektro-Bikes
Braucht die Welt Elektro-Motorräder? Zur Zeit sicher nicht, denn noch immer gibt es genug Sprit und das auch noch zu derzeit bezahlbarem Kurs. Aber in 20, 30 Jahren könnte das schon anders sein. Auf der Isle of Man fand nun vor ein paar Tagen das allererste echte Rennen mit rein elektrisch angetriebenen Motorrädern statt. Gute 60 Kilometer mussten die batteriegetriebenen Bikes im Renntempo schaffen. Für MOTORRAD ging Fotoreporter Markus auf die Pirsch, ein erfahrener TT-Knipser. Immerhin zwei deutsche Teams hatten die Challenge angenommen, sich mit den besten Stromern der Welt zu messen. Einige davon machen übrigens einen ganz durchdachten Eindruck. Mehr dazu in Heft 15.
Ich selbst bin bisher den Vectrix-Roller und die Quantia-Enduro gefahren. Beide sind reine Elektrofahrzeuge und faszinieren. Solange jedenfalls noch saft in den Batterien ist. Wenn nicht, dann heißt es Laden, Laden, Laden. Stundenlang. Einfach so losbiken ist nicht. Da muss sich noch etwas tun.
Deshalb ist es auch keine schlechte Idee, Rennsport damit zu betreiben. Im Sport hat sich noch das meiste am schnellsten entwickelt. Strom oder Nicht-Strom, das ist hier die Frage…
Euer Michael Pfeiffer
Reifentest Teil 4: Own the Racetrack
Letzter Aufschlag im 2009er-Reifentest: Wie gut funktionieren die Reifen auf trockener Piste? Das Testgelände von Goodyear/Dunlop bietet ideale Bedingungen, um den Sport- und Tourenreifen so richtig auf den Zahn zu fühlen. Denn auf der drei Kilometer langen Trockenteststrecke lässt sich entweder die flotte Landstraßenfahrt simulieren (wichtig für die Tourengummis) oder tatsächlich letzte Rille fahren (das Metier der Sportreifen).
Zudem wird die Strecke für die Testbewertung in unterschiedliche Sektionen unterteilt, so dass sich das Potenzial der Pneus in Sachen Kurvenhaftung, Lenkpräzision, Handlichkeit und Grenzbereichverhalten genaustens auszuloten lässt.
Bei den Tourenreifen besonders interessant: Wie schlagen sich die brandneuen Reifen von Metzeler (Z6 Interact) und Pirelli (Angel ST) gegenüber den “alteingesessenen” Profilen im Landstraßentest. 2008 haben Dunlop Roadsmart und Michelin Pilot Road2 2CT überzeugt. Ob es so geblieben ist? Mehr dazu in MOTORRAD, Ausgabe 13.
Zunächst geht es aber den Sportreifen an den Kragen. Auch hier ist mit den neuen Formaten von Dunlop (Qualifier 2) und Avon (VP2 Supersport) einiges in Bewegung geraten. Wer hat nun auf der Rennstrecke die Nase vorn? Im letzten Jahr hat der Metzeler M3 fett abgesahnt, dicht gefolgt vom Conti SportAttack und Pirelli Diablo Rosso. Der Qualifier RR turnte weit abgeschlagen zusammen mit dem Michelin Pilot Power 2CT auf Platz fünf rum. So viel sei an dieser Stelle verraten: Einiges ist beim alten geblieben, doch auf den Spitzenplätzen hat es ein wildes Hauen und Stechen gegeben.
Machen wir’s kurz und schmerzlos: Der Metzeler steht auf dem Racetrack nicht mehr auf der Eins. Doch welche Paarung nun mit der Power der Fireblade am besten klar kam, sei hier nicht verraten. Die Antwort darauf sparen wir aber nur kurz auf. Sie steht in der kommenden Ausgabe von MOTORRAD in Heft 12. Ab Freitag, 22. Mai 2009 am Kiosk.
Bis dahin grüßen mit reichlich Grip
Karsten Schwers & Jörg Lohse
MOTORRAD
Wie gefällt die neue BMW?
Jetzt ist es raus: Die neue BMW S 1000 RR ist auf motorradonline.de zu sehen. Trotz allem japanischen Einfluss finde ich sie durchaus eigenständig. Vor allem die asymmetrische Front würde man sich in Japan nicht trauen. Aber ob das wirklich so gut ist?
Bin gespannt.
Euer Michael Pfeiffer
Anton schaut MotoGP
Anton ist jetzt 10 Wochen alt. Und kann richtig laut schreien. Ein echter Screamer, bei Vollast auf 17500 Umdrehungen, nichts für schwache Nerven. Sonntag war es wieder soweit: Verdauung tut nicht, also volle Drehzahl. Was hilft? Klaro: MotoGP anschaun. Habe das Video-Paket auf motogp.com gebucht und Anton vor den Schirm verfrachtet. Geil wie Rossi den Rest der Welt ablederte, Stoner den Lorenzo zum Wahnsinn trieb und Melandri mit der Kawa nach vorn kam.
Was macht Anton? Rossi? ignoriert er, Stoner lässt ihn gähnen, nur Lorenzos Abgang sorgt für Aufmerksamkeit. Wohl weil der englische Kommentator fast aus dem Rechner hüpft. Noch drei Runden – Anton schläft seelig. Braver Junge.
Euer
Michael Pfeiffer
BMW-Blinkerschalter
Jetzt ist es passiert: BMW verbaut normale (!!!!!) Blinkerschalter. An den neuen K-Modellen habe ich vergeblich nach den schönen alten Daumendingern gesucht. Was für ein Schock! Statt grellbunten, ultrafetten, wahnsinnspräzisen Linksblinkenlinks- und rechtsblinkenrechts-Schaltern schnöde, normale, idealstandard fürjedenkapierbare – schluchz – Schalter.
Und jetzt kommt’s: Sie tun nicht mal. Wenn man links blinkt hört’s nicht mehr auf. Schade eigentlich. Hilft nur Warnblinkanlage anschalten, Warnblinkanlage ausschalten und schon ist der Linksblinker wieder aus. Hat die K 1300 S-Testmaschine übrigens genauso wie eine F 800 S. Gleichteilestrategie halt. Bedeutet natürlich nicht, dass sie auch gut sein müssen.
Früher war alles besser, oder? Es gab ein Blinkerrelais, das blinkte, oder nicht. Für 4 Mark 99 gab’s beim Gericke ein Neues, wenn’s nicht tat. Null Problemo. Heute, mit CANBUS-Technik und Blink-by-Prozessor kann man den Gericke mit seinem Blinkerrelais vergessen. Mich wundert es nicht, dass mancher Biker die neuen Dinger gar nicht erst anrührt.
Aber zurück zu den alten Schaltern. Jetzt habe ich mich 20 Jahre lang daran gewöhnt, kann sie endlich fehlerfrei bedienen, und nun nehmen mir sie die BMWler weg. Ich kann es nicht fassen.
In tiefer Trauer Euer
Michael Pfeiffer
Reifentest Teil 3: Wettkampfschwimmen mit der Blade
Bei den MOTORRAD-Reifentests der letzten Jahre war der Michelin Pilot Power so etwas wie der Ian Thorpe unter den Sportreifen: Im Nassen unschlagbar! Mittlerweile hat der schwarze Franzose konzeptionell aber schon einige Jahre auf dem Buckel - selbst in der 2CT-Version mit den weicheren Mischungen an den Seiten. Und die Konkurrenz hat ebenfalls aufgerüstet. Der Bridgestone BT016 beispielsweise mit fünf Laufstreifen in drei unterschiedlichen Mischungen hinten. 2009 mischt sich der neue Qualifier 2 von Dunlop ins Rennen ein. Hier das Entwicklungsziel: durch eine überarbeitete Laufflächenmischung die Aufwärmphase minimieren und die Nasshaftung verbessern. Das Regenrennen beim 2009er-Reifentest von MOTORRAD verspricht hochspannend zu werden. Zumal die 178 PS starke Fireblade den Reifen in puncto Haftung beim Beschleunigen und in Schräglage richtig Leistung abverlangt. Dazu kommen noch die Bremstests mit dem formidablen Sport-ABS der Honda auf der nassen Piste.
In Sachen Pilot Power gibt es auch 2009 keine Überraschung. Der Reifen absolviert diesen Test wie immer: präzise, sicher, souverän. Er ist und bleibt ein Regentänzer. Ob er mittlerweile einen ebenbürtigen Partner auf rutschigem Parkett gefunden hat, steht in MOTORRAD 12/2009.
Doch vorher geht es noch auf den drei Kilometer langen Racetrack von Mireval. Mal sehn, was die Sportreifen auf dem trockenem Asphalt mit rot-weißer Umrandung so draufhaben.
Karsten Schwers & Jörg Lohse
MOTORRAD
Reifentest Teil 2: Der große Wetterpoker
Ankunft in Mireval/Südfrankreich: Auf der alten Rennstrecke “Carland” direkt am Mittelmeer befindet sich das Testareal von Dunlop/Goodyear, das wir für unseren Reifentest nutzen können. Die Wetterbedingungen sind meist ideal, Streckenchef Sebastian spricht von 350 Sonnentagen im Jahr, an den restlichen regnet es. Und laut Wetteronline haben wir genau diese vor uns.
Nicht nur virtuell stehen dunkle Wolken am Himmel. Beim Ausladen des Sprinters schifft es in Echtzeit. Was tun? Bei Dauerregen ist auch die Nassteststrecke nicht nutzbar: Zuviel Wasser, stets wechselnde Bedingungen. Ein Lichtblick ab Mittag: der Regen hört auf. Doch mangels Wind und Sonne trocknet die Rennstrecke nicht ab. Wir entschließen uns mit den Nasstests anzufangen. Zunächst mit den Tourenreifen auf der 1250er Bandit.
Im letzten Jahr haben Michelin Pilot Road 2 ”2CT” und Dunlop Roadsmart bei Regen eine Top Performance gezeigt. In diesem Jahr müssen der brandneue Pirelli Angel ST und der im Sommer 2008 vorgestellte Metzeler Roadtec Z6 Interact zeigen, ob sie bei Nässe mehr draufhaben. Bei den Tests ist nicht nur die Kurvenhaftung interessant. Außerdem ein wichtiges Kriterium: das Bremsverhalten auf nassem Asphalt.
Dank gnädig gesonnenem Wettergott können wir alle Ergebnisse an diesem Tag einfahren. Ob der Regentänzer Pilot Road 2 vom Thron gestoßen wurde? Klar ist: das Angreiferfeld hat sich enger formiert. Ob es tatsächlich für einen Führungswechsel gereicht hat? Dazu später mehr im Heft.
Bevor wir das Laptop zuklappen der Blick ins Wetterradar: Für morgen sieht es mit vielen dunklen Wolken ähnlich mies aus, könnte aber generell trocken bleiben. Sollten wir uns schon auf die Rennstrecke wagen? Wir pokern auf mehr Sonne und werden auch die Sportreifen auf der Fireblade zunächst auf die nasse Piste schicken.
Karsten Schwers und Jörg Lohse
MOTORRAD
Immer noch richtig: Werner “Mini” Koch erläutert den MOTORRAD-Reifentest:
Reifentest Teil 1: Auf Verschleißfahrt
Geschafft. Stage 1 des großen MOTORRAD-Reifentests ist in trockenen Tüchern. Vor dem Tracktest müssen in diesem Jahr die Sportreifen im 190/50er-Format zeigen, welche Langlaufqualitäten besitzen.
Mit dabei auf der 4000-Kilometer-Verschleißfahrt: die brandneuen Reifen von Avon (VP2 Supersport) und Dunlop (Qualifier 2) plus die bekannten Profile von Bridgestone (BT016), Conti (SportAttack), Metzeler (Sportec M3), Michelin (Pilot Power 2CT) und Pirelli (Diablo Rosso). Dazu Referenzreifen aus dem Bereich Tour (Michelin Pilot Road2 2CT) und Race (Michelin Power One). Auf sieben Fireblades, einer 1250-Bandit sowie der KTM RC8 ging es in einem Rutsch von Stuttgart nach Südfrankreich. In Gemenos nahe Marseille wurde das Basislager aufgeschlagen. Von dort aus führten die Testturns über Bilderbuchstrecken zu bekannten Zielen wie dem Grande Canyon du Verdon, in die Ardeche oder Cevennen bis hin zur längsten Schrägseilbrücke der Welt, dem Viaduc de Millau.
Morgens musste ein schnelles Frühstück reichen, dann ging es rein in den Sattel, um die knapp 700 Tageskilometer abzuspulen.
Die Bedingungen: Abwechslungsreich. Perfekte Konditionen an sonnigen, warmen Frühlingstagen, daneben aber auch kritische Turns durch zweistündige Dauerschiff. Gut fürs Testprotokoll, denn so mussten die Sportpneus ihr Potenzial bei Regen zeigen.
Wichtig für die MOTORRAD-Testcrew: die Bewertung der Reifen im Alltag. Besonders aufschlussreich: die Testfahrt nach 3000 Kilometern Laufleistung über den Gemenos-Pass, einer bewährten MOTORRAD-Teststrecke. Auf der kurvenreichen Bergpassage mit wechselnden Belägen mussten die Sportreifen zeigen, wie sich bei hoher Laufleistung fahren lassen. Das Ergebnis wird in die Endwertung der Reifen mit einfließen. Mehr dazu später im Heft.
Bis tief in die Nacht wurden nach jeder Tagesetappe die Profile vermessen. Wie hoch ist der Abtrag in der Mitte, wie viel Gummi wird von den Flanken abgeraspelt. Der zum Teil extrem raue Landstraßenbelag Südfrankreichs sorgte zusammen mit den 178-Fireblade-PS dafür, dass den Reifen richtig zugesetzt wurde.
Nach fünf Tagen standen knapp 4000 Kilometer auf der Uhr Bei der Abschlussmessung der Profiltiefen kristallisiert sich klar ein Spitzenfeld heraus. Michelins Pilot Power 2CT und die Newcomer von Dunlop und Avon glänzen mit ansehnlichen Verschleißwerten. Doch das ist nur ein Bewertungspunkt im MOTORRAD-Reifentest.
Karsten Schwers & Jörg Lohse
MOTORRAD
Suzuki Gladius
Suzuki baut ein Frauenmotorrad. Das nennt sich Gladius. Schön bunt bemalter Rahmen, Zweifarben-Tank, ein Hauch von Ducati Monster. Ich hab sie jetzt endlich mal gefahren. Tief die Sitzposition, hart die Sitzbank, eng der Kniewinkel. Motor? Alter Bekannter aus der SV 650. Blubbert toll und zieht richtig schöön aus dem Keller.
Aber Frauenmotorrad? Bin mal gespannt, ob das die motorradfahrenden Frauen auch so sehen. Die erste SV 650 war jedenfalls sehr beliebt, auch die sportliche verkleidete Version. Hatte irgendetwas knuffiges, liebes an sich und war trotzdem keine Langweiler-Schüssel. Corinna hat so eine, ich glaube seit 10 Jahren und ist wirklich happy mit dem Bike.
Ob da Gladius mithalten kann? Zicken macht er keine, aber sportlich sieht er nicht aus. Was heißt eigentlich Gladius? Wikipedia spuckt “Römisches Kurzschwert” aus, oder ein Computerspiel oder ein Schalenteil der Calmare. Ich vermute mal stark, dass Suzuki das Kurzschwert bei der Namensgebung im Sinn hatte. Hm. Was das wohl mit Frauen zu tun hat?
Nun gut. Immerhin fährt sich die 650er ganz passabel. Und da ich gerade auch die Monster 696 fuhr, kann ich der Gladius ein ganz gutes Zeugnis ausstellen. In der Stadt und auch auf der Landstrasse ist der Suzuki-Motor besser zu fahren. Die Monster ist besser gefedert und nicht so überhandlich. Erstaunlich eigentlich, wie unterschiedlich die Beiden ausgelegt sind.
Beide kommen in Vergleichstests. Die Gladius mit ihren Japan-Konkurrenten in Heft 10, die Monster mit den Europäern in die 11. Und dann lassen wir vielleicht die beiden Sieger gegeneinander antreten. Mal sehen, ob die beiden dann aufeinandertreffen.
Viel Resonanz bekam ich auf die “MZ-Rettung”. Momentan ist es sehr still in dieser Sache. Das muss kein schlechtes Zeichen sein. Werde den Martin Wimmer bald einmal anrufen, was nun Sache ist. Wäre doch schön, wenn in Zschopau die Produktion wieder aufgenommen werden könnte.
Bis bald
Euer
Michael Pfeiffer
Endlich Frühling!
Ich glaube es nicht: Es wird Frühling! Heute abend bin ich nach Hause gefahren und es hatte noch über 10 Grad. Wahnsinn! Es wird doch nicht noch schön werden. So schön, dass man Motorradfahren kann?
Habe mir die neue Ducatii Monster 696 aus dem Fuhrpark abgegriffen. Sie wird demnächst in einen Vergleichstest geschickt, gegen Triumph Street Triple und Freunde. Echt klasse, was Ducati aus dem inzwischen bald 25 Jahre alten Riemenmotor gemacht hat. Dreht sauber hoch, hat sogar ganz ordentlich Bumms von unten und einen Sound, echt vom Feinsten. Optisch gefällt sie mir auch gut. Klare, sportliche Linie, aber typisch Ducati aufregend rot lackiert.
Trotzdem hat mich so ein Vollgummi mit seiner M-Klasse übersehen und mich fast von der Straße geräumt. Vollpfosten, vielleicht 25 Jahre alt, Karre geleast oder geklaut. Die Reflexe taten aber noch, auch wenn ich zugegebenermaßen leicht eingerostet bin.
Eines ist klar: Ab jetzt wird wieder mit dem Motorrad in die Redaktion gebraust. Die letzten 8 Wochen war das kaum mal möglich. Weil es dauernd geregnet hat, oder bitterkalt war, oder beides, oder geschneit hat. Das Wochende soll schön werden, da gehts dann mal auf eine kleine Tour. Muss mir gleich mal eine Testmaschine aus unserem Dauertestfuhrpark sichern. Da wären eine:
Ducati 1098, KTM 690 Supermoto und RC8, Honda Fireblade, Aprilia Mana (die ich schonmal weggepfeffert habe -( ) , Suzuki M 1800 (Die Jörg schon mal weggepfeffert hat), und eine wirklich witzige Yamaha YZF-R125.
Die 1098 will kaum einer mehr fahren. Kupplung rupft, Handling stimmt nicht mehr, Bremse giftig. Vielleicht nehme ich mir die mal vor. Die kleine Monster hat ich jetzt schon mal eingetaktet.
Bis Bald
Euer Michael Pfeiffer
MZ-Rettung
Hallo Leute,
gestern hatten wir überraschenden Besuch in der Redaktion. Die beiden EX-Grand Prix-Piloten Martin Wimmer und Ralf Waldmann kamen und erzählten uns, wie sie MZ retten wollen. Ehrlich gesagt, ich hatte nicht geglaubt, daß die das ernst meinen. Aber Martin und Ralf meinen das, so viel kann ich von dem Gespräch verraten, sehr ernst. Sie wollen den bisherigen Besitzern – die malayische Hong-Leong-Group – fast alles abkaufen. Und verhandeln wohl auch seit November darüber.
Find ich klasse. MZ darf nicht sterben. Es kann doch nicht sein, daß in einem so industrialisierten Land wie unserem nicht gewinnbringend Motorräder gebaut werden können. Man darf eben nur nicht das Spinnen anfangen und glauben, den etablierten Herstellern das Wasser abgraben zu können. Und man braucht eine eigenen Markenidendität. Hat ja MZ. Eine MZ muss unkaputtbar und günstig sein. Ein sparsames Arbeitstier, aber Made in Germany.
Und genau das wollen Martin und Ralf machen. Wie? Indem sie gute Leute zusammenziehen und die Produktion in Zschopau wieder aufnehmen. Bei uns kamen sie schon zu Fünft. Martin Wimmers Frau Martina Häger, eine erfolgreiche Unternehmerin und zwei weitere Fachleute für Produktion und Geschäftsführung.
Gut drei Stunden war unser Besuch da. Ich habe noch schnell zwei Seiten in MOTORRAD 8/09 ausgegraben und auf den eh schon vollen Titel (1000er-Vergleichstest, Hotelbooklet) knall ich noch einen Button drauf. Heute müssen wir die Story mit Interview machen. Andi Schulz hängt sich rein.
Soll MZ gerettet werden? Ich bin mal auf die Reaktionen bei unseren Lesern gespannt. Vielleicht setzt ja der eine oder andere einen Kommentar ab.
Euer
Michael Pfeiffer
Leserwahl
Hallo Leute,
die Ergebnisse der Leserwahl zum Motorrad des Jahres sind heftig. Vor allem für die Hersteller aus Fernost. Nur die kleine Yamaha YZF-R 125 gewinnt, sonst gibt es wenig zu erben für Japan. Ich frage mich langsam auch, ob die großen Vier das Thema Traummotorrad vergessen haben. Was waren das noch für Zeiten, als Honda die erste Fireblade, Yamaha die erste FZR 1000, Kawasaki die Z 1000 und Suzuki die Bandit 1200 auf den Markt brachten. Alles Maschinen, die heute noch populär sind.
Gut, Honda marschiert weiter, die neue Fireblade mit sensationellem ABS wird sicher gut ankommen, kam ja auch auf Platz 2 bei den Supersportlern. Aber was passiert da sonst? Bei den Reiseenduros und den Tourern schenkt man BMW das Terrain. Immerhin wird wohl im Sommer ein echter V4-Hammer präsentiert werden, freu ich mich drauf.
Yamaha will mit der VMax und der neuen R1 Traummaschinen gebaut haben. Noch sind sie zumindest bei den MOTORRAD-Lesern nicht ganz Top.
Was ist mit Suzuki los? Die B-King fährt brilliant, sieht aber nicht so sexy aus. Das gleiche gilt für die neue 1000er. Was geiles und ganz Neues findet sich momentan nicht.
Ähnlich Kawasaki. Die hätten es eigentlich ganz einfach. Eine Kawa ist furchtbar schnell, furchtbar stark, furchtbar böse und grün. Damit kann man eine Menge machen. Ne echt scharfe Supermoto zum Beispiel. Oder ein ganz böses NakedBike. Dabei waren die auf einem guten Trip, mit der ersten neuen Z 1000 und ZX-10 R. Wilde Tiere, nichts für Anfänger.
So kassiert BMW ab. Boxer und Vierzylinder scheinen die MOTORRAD-Leser zu begeistern, sind auch gut. Harley gewinnt bei den Choppern, Aprilia und Ducati bieten viele Bikes fürs Herz. Triumph und KTM gehen ihren Weg.
Alle diese Marken stehen für etwas. Eine Philosophie, eine Einstellung, es gibt klare Markenkerne, die sich in den Motorrädern ausdrücken. Ein Vorteil, nicht nur bei der Leserwahl, sondern zunehmend auch im Markt. Eine Duati ist Rot, schnell, aufregend. Ein Boxer ein braves Arbeitstier, eine KTM ein wilder Hund. Wofür stehen die vier japanischen Marken? So eindeutig läßt sich das nicht ausdrücken.
Was meint Ihr dazu?
Euer Michael Pfeiffer
Nochmals R1, Anton
Hallo Leute,
ja, die neue R1 verwundert schon. Weniger Druck, schwerer und teurer als die alte Version, das wird von den Papierwerten her nicht einfach für die 1000er. Sie kürzer zu übersetzen ist dann eben der Trick, der sie wohl doch schneller macht. Aber die Konkurrenz schläft nicht: Gerade kommt Andreas Bildl vom Test – übrigens dem ersten der Welt – der neuen Suzuki GSX-R 1000 zurück. Und sieht nicht unglücklich aus. Zwar ist die neue nicht gerade eine Schönheit geworden, aber gehen tut sie wohl gut. Andi hatte brilliantes Wetter am Wochenende, so dass er sogar in Hockenheim auf der Formel 1-Piste testen konnte. Story im nächsten Heft.
Ich bin die letzte Woche komplett ausgefallen. Warum? Wegen Anton! Mang? Nein unserem Sohn, der am Sonntag vor einer Woche das Licht der Welt erblickt hat. Warum Anton? Ist doch klar, dass mein Junge wie ein Weltmeister heißen muss. Und Valentino oder Troy Pfeiffer passt irgendwie nicht so recht. Giaccomo wäre auch nicht wirklich doll. Käsi? Kommt in Süddeutschland nicht in Frage. Schorsch und Dieter gefallen mir jetzt ganz persönlich nicht, also Anton.
Zur Zeit trainiere ich ihm die Koordination der rechten Hand. Aufdrehen soll er lernen, schließlich kommt da ja mal bald ein Gasgriffchen rein. Er ignoriert mich bis jetzt erst einmal und schläft dabei ein. Dafür kräht er wie am Spieß, wenn sein Milchvorrat zuende ist. Also alle zwei bis drei Stunden.
Ich gehe davon aus, dass Anton in 16 bis 20 Jahren um die WM kämpft. Habe bei Ducati bereits einen Vorvorvertrag angemeldet. Aber vielleicht sollte ich ja erst einmal warten, ob er gescheit Fahrrad fahren kann. Jaja, der stolze Papa…
Allen die bisher hier mitgemacht haben übrigens ersteinmal herzlichen Dank! Chris, Du warst mal wieder der Erste, tankju.
Euer Michael Pfeiffer
Neue R1
Hallohallo,
nach kleineren technischen Schwierigkeiten bin ich wieder on air.
Was gibt es Neues? Ralf Schneider war mit der neuen R1 unterwegs un Südfrankreich. Hier in Deutschland geht ja leider noch immer rein gar nichts mit den Motorrädern. Minus ohne Ende, und wenn es dann mal nicht acht Grad unter Null hat, dann schneit es und ist glatt. Ralf hatte es da besser, immerhin Sonne und Plus-Temperaturen.
Ja, die neue Yamaha R1! Sensationeller Motor mit MotoGP-Technik. Mutige Optik. Wie fährt sie? Ralf, der nie in Euphorie ausbricht: “Geiler Sound, tolles Feeling!”
Wie wir eben so sind bei MOTORRAD, nahm Ralf auch gleich noch eine 2008er R1 mit. Also eine mit konventionellem Motor. Rein von den Papierwerten her ist die nämlich nach wie vor konkurrenzfähig. Und was das Design betrifft, bin ich mal gespannt, was das Publikum dazu zu sagen hat.
(Mein erster Bildupload….)
Geht die neue besser? Müssen wir noch messen. Leistungsmessungen gibt es auch schon. Ich versuche, die jetzt mal reinzustellen. (Ist nicht sooo einfach….)
Ratet mal, welche zu der alten und welche zur neuen R1 gehören!
Euer
Michael Pfeiffer
Blog-Start
Hallo Leute!
Draußen schneit es wie verrückt, das Thermometer zeigt -2 Grad, Motorradfahren ist heute nicht. Aber: dafür wird an dieser Stelle jetzt gebloggt!
Sicher habt Ihr Euch schon gefragt, wie die das von MOTORRAD schaffen, immer wieder alle 14 Tage ein solches Heft zusammenzubasteln. Obwohl es vor allem dieses Jahr so ein harter Winter ist. Die Antwort: Wir packen alle Maschinen in den Transporter und fahren in den Süden.
Gerade heute fahren Ralf Schneider, der Schorschi (Georg Jelicic) und Fotograf Jacek Bilski nach Südfrankreich, in der Hoffnung auf Sonne und ein paar Grad über Null. An Bord haben sie zwei Yamaha R1. Einmal die neueste Version mit dem ganz besonders klingenden Motor und die alte, mit normalem Vierzylinder. Die Story kommt in der Ausgabe 6/09.
Bin gespannt, was Ralf berichten kann. Ich ruf ihn am Wochenende mal an.
Heute kommt unsere Ausgabe 5/09 raus. Ein Heft, auf das ich stolz bin. Kurz vor Redaktionsschluss gelang es nämlich noch, erste Bilder der neuen BMW S 1000 RR zu ergattern. Die hab ich dann groß auf den Titel geknallt. Und gleichzeitig löcherte Neuheiten-Mann Ralf Schneider den BMW-Boss Hendrick von Kuenheim zu dem Bike. Das Interview könnt ihr im Heft lesen.
Was ist noch drin?
Eine riesige Liste mit allen Motorradspezialisten von TÜV, Dekra, GTÜ und Co.. Mit Adressen und Telefonnummern. Wer also irgendetwas eintragen lassen will oder ein Vollgutachten braucht: Dort werden Sie geholfen…
Selber habe ich noch eine Münch-Geschichte geschrieben. Friedl Münch baute in den 60er und 70er Jahren die ersten wirklichen BigBikes. Seine 1200er mit 100 PS-Einspritzmotor stelle ich vor, gefahren wurde sie von MOTORRAD Classic-Chef Waldemar Schwarz. Ich selber bin nur mal eine Vergaser-Münch gefahren. Im Prinzip dasselbe, allerdings mit “nur” 88 PS. Faszinierend, wie gut sich damals schon die 300-Kilo-Öfen steuern ließen.
Natürlich sind noch einen ganze Menge mehr Geschichten drin. Aber ich will ja nicht nervige Werbeblogs absondern, sondern Euch hier Hintergründiges, Lustiges und Bemerkenswertes erzählen.
Euer Michael Pfeiffer
- Megatest-Finale
- MZ, Journalismus, MOTORRAD
- Nick Heidfeld fährt Superbike, MZ update
- Hat MZ eine Chance?
- Elektro-Bikes
- TinoS. bei Hat MZ eine Chance?
- Peter bei Megatest-Finale
- 125 bei Hat MZ eine Chance?
- sn bei Hat MZ eine Chance?
- J. Resal bei Hat MZ eine Chance?











